Sarah Depold
25. Oktober 2022

Online-Kurs verkaufen: Meine Erfahrungen

Nach meinem ersten Kurs-Launch von SEO für Starter möchte ich meine Erfahrungen mit dir teilen. Außerdem schrieb ich ein Update über meine 11 Learnings im zweiten Online-Kurs-Launch. Ich spreche darüber, wie ich meinen Online-Kurs verkaufte und vermarktete. Ich gebe einen Ausblick auf meine nächsten Maßnahmen, wie ich mit meinen Online-Kursen Geld verdienen will und wem ich noch eine Chance gebe.

Dieser Beitrag enthält Werbelinks, die ich mit einem * markiere. Dadurch bekomme ich eine kleine Provision, du zahlst beim Kauf des Produktes nichts extra! 🙂

Podcastfolge zum zweiten Launch:

Podcastfolge zum ersten Launch:

Online-Kurs verkaufen: SEO & was noch?

Als SEO-Expertin war vor meinem Launch meines SEO-Gruppenprogramms SEO für Starter eines klar: Ich werde durch SEO bekannt. SEO für meine Blogbeiträge soll mir regelmäßig Verkäufe generieren und ich will allein mit Online-Kursen Geld verdienen.

Erste Schritte mit SEO lernen

Die Theorie war klar - nur die Umsetzung scheiterte an meinen Fehlannahmen, die sich im letzten Jahr bereits zeigten. Einerseits waren das Evergreen-Kursverkäufe und andererseits meine Annahme, dass alles schnell geht. Unterschätzt habe ich vollkommen Automationen und E-Mail-Marketing.

Erfahrungen mit dem 1. Online-Kurs-Launch
Erfahrungen mit dem 1. Online-Kurs-Launch

Fehlannahme Nr. 1: Kaum Geld mit Evergreen-Kursverkäufen

Mein erstes Konzept bestand daraus, meinen SEO-Kurs in kleine Häppchen aufzuteilen und modular einzeln zu verkaufen. Der erste Ansatz war es, den Online-Kurs-Verkauf evergreen zu gestaltet. Das bedeutet, dass diese Kurse jederzeit zur Verfügung stehen.

Das klingt in der Theorie wunderbar. Das Problem ist nur: "Niemand" kauft Kurse, wenn diese ständig verfügbar sind. Es fehlt die kleine Alarmglocke, der Kaufgrund, der über großartige Inhalte hinausgeht. Es ist die Verknappung, die fehlt. Evergreen-Kursverkäufe funktionieren kurzfristig vielleicht mit ordentlichen Facebook-Ads und langfristig über SEO. Für einen echten Impact ist der Zeitraum aber zu kurz bei mir.

Evergreen Content ist unabhängig davon die beste SEO-Idee für Selbstständige und Unternehmen!

Ich mache authentisches, ehrliches Marketing. Daher sehe ich echte Verknappung nur bei Online-Kursen, die zeitlich begrenzt verfügbar sind. Also behielt ich zwar meinen Einsteigerkurs rund um die Keyword-Recherche: Keyword-Kurs als Evergreen-Kurs, doch meinen großen SEO-Kurs stellte ich auf ein Gruppenprogramm mit Launch um.

Online-Kurs vermarkten: Aha-Effekt

Dafür besorgte ich mir zuerst das Buch Launch von Jeff Walker*. Während ich bisher E-Mail-Marketing fälschlicherweise als antiken Online-Marketing-Kanal abtat, änderte das Buch meine Einstellung komplett.

Jeff Walker berichtet von seinen Launches. Er hatte eine wachsende E-Mail-Liste. Das sorgte dafür, dass er seine Produkte minutenschnell verkaufen konnte. Das klingt nach einem netten Konzept, das viel echte Bindung verspricht.

Download: SEO-Workbook für 0 €

Lerne die SEO-Grundlagen mit 5 Aufgaben! Das digitale SEO-Workbook bekommst du als Dankeschön für dein Newsletter-Abo.

Das Beste: Die Personen tragen sich freiwillig in die E-Mail-Liste ein. Im Gegensatz zu Facebook & Instagram wird jeder Beitrag ausgespielt. E-Mails landen im Postfach. Instagram-Beiträge erreichen bei weitem nicht jeden meiner Follower. Mit Reels konnte ich zwar teils über 10000 Personen erreichen, doch die brachten nur selten Follower oder gar Kund:innen.

E-Mail-Marketing lernen

Ich machte also einige E-Mail-Marketing-Kurse. Mit dabei war ein sehr cooler E-Mail-Funnel-Kurs von Nadine Körn*. Damit wurde mein wöchentlicher Newsletter Vergangenheit. Ich erstellte einen E-Mail-Funnel. Somit bekommen alle neuen Abonnenten, die sich mein 0 € Workbook SEO-Kreislauf herunterladen, dieselben E-Mails. Alle Leser:innen sind auf demselben Level und bekommen in Abständen auch meine Produkte angeboten (siehe Angebot).

Das ist von Vorteil, weil ich so einen Kreislauf erzeuge. Neue Abonnent:innen starten bei 0. Ich kann genau herausfinden, welche E-Mails ich verbessern kann und muss keine regelmäßigen E-Mails mehr schreiben. Meine Angebote gehen automatisch raus!

Nur im Launch passe ich die E-Mails an und weise auf meinen nächsten Online-Kurs-Launch meines SEO-Kurses (immer im Frühling und Herbst = SEO für Starter SEO-Kurs) hin. Dann können sich Interessent:innen auf die Warteliste setzen lassen und bekommen weitere E-Mails mit Informationen.

Online-Kurs verkaufen & optimieren: Von Evergreen zum 1. Launch
Online-Kurs verkaufen & optimieren: Von Evergreen zum 1. Launch

Wie funktioniert ein Online-Kurs-Launch?

Also stand ich da und wusste, dass ich also launchen muss. Das heißt, mein SEO-Kurs sollte mehrere Wochen im Voraus stark beworben werden, vor allem über Social Media, Blog und E-Mails. Anschließend ist er einige Tage für den Kauf geöffnet und schließt danach.

Lass dich in Google finden

Der Vorteil ist, dass ich tatsächlich eine feste Gruppe an Selbstständigen betreuen kann, die SEO selbst machen möchten. So haben wir Woche für Woche ein Thema, das gemeinsam bearbeitet wird. Es gibt Hausaufgaben zur praktischen Umsetzung und Live-Termine.

Das habe ich tatsächlich so umgesetzt und habe dafür den Selbstlernkurs Let's Launch von Tanja Baumann* gemacht. Damit erstellte ich den Content für einzelne Launch-Phasen vorab und konnte relativ entspannt mein Programm launchen.

Die Learnings nehme ich nun in den zweiten Launch und teile dir gerne einige davon mit.

Learnings aus meinem ersten Kurs-Launch

Ich wusste es natürlich, doch SEO dauert. Rankings lassen manchmal auf sich warten, die Optimierung kostet Zeit und dann gibt es so viele Baustellen, dass selbst mir der Kopf schwirrt: Wo soll ich anfangen?

Es ist keine gute Idee, neben dem Kurs-Launch andere Dinge machen zu wollen. Meine beiden anderen Blogs migrierte ich also zu einem einzelnen Projekt, dem Elternmagazin mit Wunschzettel-App bitte.kaufen. Die App haben mein Mann und ich gemeinsam entworfen. Er entwickelt diese und ich erstelle Content. Nur während des Launches ist dafür keine Zeit.

Online-Kurs erstellen und verkaufen

Ich würde es wie bisher auch machen: eine Beta-Runde starten. Statt den Online-Kurs sofort zu erstellen und zu verkaufen, sondern ihn erst in einer Vorrunde mit kleiner Teilnehmerzahl testen.

Es bringt nichts, ein schlechtes Produkt groß zu bewerben. Ein schlechtes Produkt bleibt auch mit Marketing schlecht! Folglich teste ich meine SEO-Inhalte zuerst, ob meine Zielgruppe damit arbeiten und erfolgreich lernen kann.

Präsent sein und Kooperationen eingehen

Was bei mir sehr gut half, waren Empfehlungen von Kundinnen. Auch ein Live-Video mit einer Website-Kollegin brachte mir zusätzliche Reichweite, eine Kundin für meinen Online-Kurs. Ich bespielte Instagram noch intensiver, drehte Reels und war einfach da, in den Storys, bei Nachrichten etc.

Kooperationen mit anderen sind nicht zu unterschätzen, wenn auch sehr zeitaufwändig. Immerhin müssen die Zielgruppen perfekt zueinander passen.

Was ich auch großartig finde: Ich wurde mehrmals in geschlossene Gruppen von Kolleginnen eingeladen. Dort durfte ich nicht über die Schönheit und den Nutzen von SEO erzählen, sondern auch von meinem Gruppenkurs. Perfekt!

Auch Copecart will ich noch eine Chance geben (trotz höherer Kosten, siehe Online-Kurse erstellen). Dort kann ich Affiliate-Links erstellen lassen. Das bedeutet, dass Personen, die meinen Kurs empfehlen, eine Provision bekommen. Dadurch will ich noch mehr Sichtbarkeit generieren, um meinen Online-Kurs zu verkaufen.

Copecart als Plattform für Affiliate-Partnerschaften

Update: Im zweiten Launch nutzte ich tatsächlich Copecart als Plattform für Affiliates. Du kannst dich über den Link registrieren, für mein Produkt werben und bekommst dann eine Provision bei jedem Verkauf.

Melde dich gerne für den nächsten Online-Kurs-Launch an:

Nicht jede Chance passt

So hatte ich eine Präsentation vor einem sehr durchmischten Publikum. Dort kamen kritische und teils unangenehme Fragen. Vielleicht war ich auch sehr nervös, weil es eine andere Form von Webinar war und eine meiner ersten Präsentationen.

Auf jeden Fall fühlte ich mich nicht wohl. Bei allen folgenden Anfragen achtete ich darauf, dass die Zielgruppe auch zu mir passt. Dabei geht es nicht nur darum, eine potenzielle Kundschaft zu erreichen, sondern auch, dass alle zufrieden sind. Meine Zuhörer:innen sollen natürlich etwas lernen und mich kennenlernen. Wer sich tiefer mit SEO auseinandersetzen will, kommt dann eben zu mir.

Automationen sind unverzichtbar
Automationen sind unverzichtbar

Automationen sind unverzichtbar

Bei E-Mails setze ich bereits auf Automationen. Doch in diesem Marketing-Dschungel wartet noch viel mehr Automation auf mich. Ich wurschtle mich durch: Gebe Käufer:innen Tags, damit ich sie für Sales-E-Mails nicht erneut anschreibe. Doch es gibt so viel mehr, was ich automatisieren kann. Das wird noch ein großer Punkt auf der Liste sein.

Mein Beta-Kurs funktionierte gut

Was ich aus meinem ersten Launch besonders mitnehme, ist das Wissen, dass meine Inhalte rund um SEO toll sind. Sie sind im Großen und Ganzen gut aufeinander aufgebaut und verständlich - sagen die Teilnehmerinnen meiner ersten Runde. 🙂

Was absolut nicht funktionierte, ist der Live-Anteil. Vor dem Launch war ich zu 100 % überzeugt, dass alle am besten lernen, wenn ich live die Inhalte erkläre. Das ist natürlich totaler Murks, wie du dir vorstellen kannst. Jede:r lernt im eigenen Tempo. Daher sind vorher aufgezeichnete Videos viel besser. Diese können jederzeit pausiert werden, um das gezeigte Tool gleich selbst auszuprobieren.

Allerdings hatte ich das Konzept vorher auch so durchziehen wollen und es so transparent berichtet. Denn bevor ich alle Inhalte schick aufzeichne, wollte ich wissen, ob meine Kurs-Teilnehmer:innen auch mit den Inhalten klarkommen. Beim ersten Launch war ich noch nicht sicher. Jetzt bin ich es, sodass ich bald die ersten Videos aufnehme.

Mehr Zeit für Austausch & Co-Working

Ich nehme aus dem Feedback auch mit, dass ich mehr Zeit für den Austausch mitbringe. Durch die Live-Inhalte und Präsentation waren einige erschlagen vom vielen Inhalt. Den Content bereite ich nun anders auf.

Ich werde ein Co-Working anbieten. Das ist eine feste Zeit, in der alle die Hausaufgaben erledigen können. Zudem kommt so ein besseres Gruppengefühl auf.

Außerdem werde ich mehr "Hot-Seats" einbauen. Teilnehmer:innen dürfen noch mehr Inhalte zeigen, die sie erstellt haben, um Feedback von der Gruppe und mir zu bekommen.

Expert:innen-Workshops & Slack sind cool

Was mich sehr freut: Die externen Expert:innen mit Workshops aus dem letzten Kurs sind weiterhin dabei. Das bringt frischen Wind in die Runde und Wissen aus anderen Bereichen, das ich so nicht 100 % abdecken kann.

Die Workshops kamen sehr gut an und bleiben ein fester Bestandteil meines Konzepts. Dass ich mich für Slack statt Facebook-Gruppe entschied, bereue ich auch nicht. Einzig der feste Fahrplan hat es nicht in den ersten Launch geschafft. Das hole ich beim nächsten Launch nach!

Daran sitze ich aktuell:

  • Termine zum Abonnieren ohne Zoom-Wirrwarr
  • Mails mit aktuellen To-Dos
  • Ein stets sichtbarer roter Faden

Update: 11 Learnings mit meinem zweiten Launch

Hach, beim zweiten Online-Kurs-Launch wird alles einfacher? Aus Erfahrungen lernt man bekanntlich. Tatsächlich habe ich einige Aha-Momente aus dem ersten Launch mitnehmen können. Dennoch gab es kleine Fehlerteufel, das ist vollkommen normal und okay! Meine 11 neuen Erfahrungen mit dem SEO-Kurs-Launch bringe ich dir mit.

Alle 11 Learnings aus meinem Online-Kurs-Verkauf

  1. Automationen dreifach checken
  2. Nachbereitung der Sales-Mails machen
  3. Prüfe jeden Button!
  4. Affiliate-Partnerschaften langfristig vorab anfragen
  5. Der erste Tag ist nicht unbedingt der beste
  6. Ohne Aufzeichnung launchen?
  7. Nicht mit anderen launchen (haha!)
  8. Viele Kontakte sind nicht gleich viel Umsatz
  9. Vertrauen muss entstehen
  10. Automationen dreifach checken (again!)
  11. Geduld im Online-Kurs-Verkauf haben

Learning 1: Automationen dreifach checken!

Ups, da gingen schon wieder ein paar E-Mails doppelt raus! Meine Planung vorher war perfekt. Zwei Wochen vor dem Launch standen meine Kurs-Inhalte, die Plattform war fertig designt, alles was schick aufgezeichnet.

Die Mails habe ich mehrfach überprüft (gelesen!) und auch die Automationen in Active Campaign* (bestes Mail-Programm!) getestet. Trotz all dieser Maßnahmen machte ich Fehler. Was schiefgelaufen ist, muss ich noch in Erfahrungen bringen. Diesmal waren nur einige Personen betroffen, nicht meine gesamte E-Mail-Liste, immerhin!

Learning 2: Nachbereitung der Sales-Mails machen

Die Nachbereitung der Automationen und Kampagnen ist genauso wichtig wie die Planung und das Schreiben der Texte. Ich weiß nun genau, welche E-Mails eine gute Klickrate oder eine hohe Abmelderate haben.

Okay, eine hohe Abmelderate hatte ich nicht. Nur die Personen, die über Ads kamen, meldeten sich erstaunlich oft ab. Das ist ein weiteres Learning.

Im ersten Launch ließ ich die Mails laufen und aktualisierte die Texte nur minimal. Die Verkaufsmails haben ähnliche Klickraten im Vergleich zum ersten Launch. Warum habe ich die nicht vorab angepasst? 🙄

Learning 3: Prüfe jeden Button - auch im Warenkorb!

Vor ein paar Monaten stellte ich fest, dass mein Keyword-Kurs gar nicht gekauft werden konnte, weil der Button nicht funktionierte. Das war schon etwas lächerlich, so etwas darf einfach nicht passieren.

Im 2. Launch klickte ich am 3. Verkaufstag (in der Open Cart Phase) auf den In-den-Warenkorb-Button und... nichts passierte. Ein paar Schreie später realisierte ich das Problem: Ich hatte als Admin-Benutzerin bereits den Kurs im Warenkorb. Mein WooCommerce-Shop wies mich allerdings erst im Warenkorb darauf hin. Auf dieser Seite war ich jedoch nicht! Da ging mir die Puste, hui!

Auch meine Mastermind-Runde testete den Button: Alles lief problemlos. Doch warum gab es bisher nur 3 Online-Kurs-Verkäufe am dritten Tag? Der Launch schlauchte mich viel mehr als der erste, bei dem noch alles neu war. Wie kann das sein?

Learning 4: Affiliate-Partnerschaften langfristig vorab anfragen

Kooperationen mit anderen Selbstständigen sind mega. Es sind echte Empfehlungen von Kolleginnen und Kollegen. Natürlich bewerben sie nur Produkte, von denen sie auch überzeugt sind, sonst verlieren sie Glaubwürdigkeit.

Für mich als Online-Kurs-Verkäuferin ist das großartig. Ich fragte ein paar Tage vorab einige Kolleginnen an, ob sie für meinen Kurs werben möchten. Im Gegenzug gibt es eine Provision für jeden Verkauf. Dafür nutzte ich erstmals Copecart*, was mir als WooCommerce-Nutzerin auch das Anbieten der Ratenzahlung für meine Kund:innen ermöglicht.

Ich bekam tolle Empfehlungen und sah dank Google Analytics auch, wie viele Personen durch welche Affiliate-Kooperation auf meine Kurs-Seiten und Sales-Pages kamen.

Zonk: Es gab aber auch Absagen. Nicht, weil mein Kurs nicht passt, sondern weil ich viel zu spät dran war. So kurzfristig ginge das nicht, was ich natürlich einsah. Beim nächsten Online-Kurs-Launch werde ich schon viel früher ins Gespräch gehen.

Ups! So sollte der zweite Launch eigentlich nicht werden! Online-Kurs verkaufen
Ups! So sollte der zweite Launch eigentlich nicht werden! Online-Kurs verkaufen

Learning 5: Der erste Tag ist nicht unbedingt der beste

Kennst du die groben Richtlinien im Online-Kurs-Launch? Etwa 3 % der E-Mail-Liste kauft den Kurs und der erste und der letzte Tag sind die besten. Dann werden die meisten Kurse gekauft.

Das passte beides bei mir nicht. Verlasse dich nicht auf Zahlen, die in der Praxis nett klingen, aber nicht haltbar sind.

Das würde nämlich bedeuten, dass eine E-Mail-Liste mit 1.000 Abonnent:innen bei einem Kurs-Preis von 900 € satte 27.000 € Umsatz bringen würden, wenn die Conversion-Rate 3 % betragen würde. Eine Conversion wäre hier ein Kauf. Bei einer Liste mit 10.000 Abonnent:innen sind das sogar 270.000 € in einem Launch!

Das klingt zu schön, um wahr zu sein? Bei mir haute die 3 % Conversion-Rate nicht mal im Ansatz hin. Es waren viel weniger. Zu dem Grund komme ich noch, am Inhalt liegt es nicht, denn im ersten Launch lag ich über 3 % Conversion-Rate und mein Kurs wurde inzwischen noch besser!

Am ersten Tag hatte ich zwei Buchungen. Sofort nach dem Webinar buchte eine Teilnehmerin. Im ersten Launch waren es sofort danach allein 4! Das zog mich runter. Allerdings kamen noch einige, die sich die Aufzeichnung anschauten - und dann im Werbeteil, meiner Programm-Vorstellung, ausschalteten.

Learning 6: Ohne Aufzeichnung launchen?

Die Seitenaufrufe meiner Aufzeichnung lagen im dreistelligen Bereich: mega! Die View-Rate meiner SEO-Masterclass bei etwa 45 %. Das ist in etwa der Teil, an dem ich mein Programm vorstelle.

Klar, die meisten Teilnehmenden kaufen ein Programm nicht - du erinnerst dich an die 3 % Conversion-Rate? Die Frage ist, soll ich überhaupt noch eine Aufzeichnung anbieten?

Zumal der interaktive Teil in Form eines Workshops hier viel cooler ist, wenn die Personen live dabei sind. Schließe ich da nicht viele aus, die an diesem Termin nicht können?

Zur Aufzeichnung habe ich noch keine Meinung gebildet. Schreibe mir sehr gerne deine Meinung dazu!

Learning 7: Nicht zeitgleich mit anderen launchen (haha)

Okay, der Part ist tricky. Es erzählt mir niemand, wann der nächste Launch ansteht. Irgendwer veröffentlicht immer gerade einen Online-Kurs oder ein Gruppenprogramm. Viele Zeiträume stehen zudem nicht zur Verfügung.

Als Dreifachmama bin ich in den Sommerferien weniger erreichbar - und wer will schon im Sommer an einem intensiven Gruppenprogramm teilnehmen? Für Weihnachten gilt dasselbe.

Folglich bleiben noch Frühling und Herbst. Das haben alle anderen leider auch erkannt. Ich bin ja nicht die Erste, die einen Online-Kurs als Gruppenprogramm verkaufen will.

Also launchte ich meinen Kurs in einer Woche, in der zwei überaus erfolgreiche Unternehmerinnen ebenfalls ihr Gruppenprogramm an die Frau brachten. Klar, Selbstständige haben keine Kapazitäten, weder finanziell noch persönlich, um zwei Programmen nebenher zu absolvieren.

Ist das ein Learning? Ein Learning, für das ich noch keine richtige Lösung habe. Wann ist der perfekte Zeitpunkt?

Learning 8: Viele Kontakte in der E-Mail-Liste sorgen nicht automatisch für mehr Umsatz

Bei diesem Launch wendete ich mein gesamtes Wissen aus meinem Facebook-Ads-Kurs an. Ich erstellte Kampagnen und Werbeanzeigen für meinen Leadmagneten (Workbook SEO-Kreislauf) und auch für meine SEO-Masterclass.

Meine E-Mail-Liste wuchs so rasant, dass mir fast schwindelig wurde. Ich habe meine Liste gegenüber dem ersten Launch mehr als verdoppelt. Die Kosten pro Abonnent:in waren super. Wie sehr ich mich auf den Launch freute und die 3 % Conversion-Rate. Haha.

Doch: Die tatsächlichen Verkäufe meines Gruppenprogramms waren unter denen des ersten Launches, wenn auch mit mehr Umsatz und Gewinn. Ich erreichte gerade so mein Minimal-Ziel.

Learning 9: Vertrauen muss erst noch entstehen

Das merkte ich auch schon bei Werbeanzeigen für meinen Keyword-Kurs. Fast niemand will schnell ein Produkt über Ads kaufen, das mehr als 30 € kostet. Ads sorgen (zumindest bei mir) nicht sofort für Verkäufe.

Und dann kam der tatsächliche Launch und die Wahrheit: Kein einziger der Ads-Kontakte hat meinen Kurs gekauft. Keiner. Das ist ein schickes Learning für die Masterclass-Ads.

Diese Anzeigen waren viel teurer als die für meinen Leadmagneten und Traffic-Kampagnen. Will ich mein nächstes Webinar über Ads bewerben?

Ob sich das Budget gelohnt hat, weiß ich erst im Verlauf. Denn meine Abmelderate insgesamt war sehr gering. Vielleicht bekomme ich das Vertrauen noch im Verlauf meiner weiteren E-Mails und Aktivitäten?

Dafür spricht, dass bei den neuen Käuferinnen auch Personen gibt, die schon sehr lange meine E-Mails verfolgen, die sogar schon beim ersten Launch dabei waren, damals aber nicht kauften. Ein Gruppenprogramm braucht Vertrauen und Zeit.

Launch-Learnings: erster und zweiter Kurs-Launch
Launch-Learnings: erster und zweiter Kurs-Launch

Learning 10: Automationen dreifach checken! (again!)

Dass E-Mails doppelt verschickt wurden, ist ärgerlich. Schlimm ist aber, wenn es Fehler sind, die einfach aus Unachtsamkeit, statt aus Unwissen entstehen.

Dazu zähle ich Ziele in Active Campaign*. Diese sind großartig, um zu bestimmten Punkten in einer Automation zu springen, wenn eine Bedingung erfüllt wurde. Doof ist nur, wenn das Ziel zeitgleich mit dem Zeitpunkt der nächsten E-Mail stattfindet. Dann wird diese nämlich nicht geschickt.

Unachtsam war auch, dass ich meine E-Mails nicht an mich schickte, warum nur? Somit bemerkte ich diese Fehler etwas spät. Dadurch kam mein E-Mail-Rhythmus etwas durcheinander. Upsi!

Beim nächsten Launch kopiere ich die Automation (statt sie live zu ändern, mutig, ich weiß!). Dann ändere ich die Daten Schritt für Schritt. Zeit hatte ich doch genug vorab! Ich war nie unter Druck, weil der Online-Kurs gelauncht wird.

Learning 11: Geduld im Online-Kurs-Verkauf haben

Ich war so sicher, dass der Launch durch die Decke geht (im kleinen Rahmen). Okay, mit dem Launch, meinen E-Mails, meiner SEO-Masterclass, Instagram-Aktivitäten und dem Feedback auf meinen Content war ich auch sehr zufrieden.

Nur bekam ich am zweiten Tag das Zittern. Was ist, wenn es bei den zwei Anmeldungen vom ersten Launch-Tag bleibt? Ich hatte richtig Angst, ein Gruppenprogramm mit nur zwei Teilnehmerinnen zu machen.

Das war der Tag, an dem ich mein Journal in den Müll warf. 🗑 Das ist kein Scherz. Da standen Ziele drin, meine Werte, Maximen und dergleichen. Doch aufschreiben kann ich viel. "Hoffnung" war ein Wert. Aber ich fühlte es an diesem zweiten Tag nicht.

Dabei brauchte ich nur Geduld und Vertrauen. Am dritten Tag kam die nächste Buchung. Dann wusste ich: Okay, ich kann das Programm auch perfekt mit drei Personen machen. Am letzten Tag kamen dann weitere Buchungen meines Online-Kurses dazu.

Warum habe ich kein Vertrauen?

Erst dann realisierte ich: Hey, ich habe das alles gut aufgebaut. Mein SEO-Kurs ist großartig, ich habe seit 14 Jahren Erfahrung im SEO-Bereich, ich bin SEO-Expertin! Ich ging sehr gut vorbereitet in die Masterclass und die Launch-Phase. Es fehlt nur noch das Vertrauen in mich selbst! Und Geduld.

Um noch weiter aus dem Nähkästchen zu plaudern: Der größte Faktor, der zu Kurs-Verkäufen führt, ist Vertrauen. Das bildet sich erst mit der Zeit und guten Inhalten. So waren die Kurs-Käuferinnen vorher entweder schon beim ersten Launch dabei, holten sich vorab mein 0 € SEO-Workbook oder gar einen Mini-Kurs, um mal reinzuschnuppern, wie ich SEO lehre. Manche kamen auf Empfehlung oder durch Google, weil ich durch SEO-Maßnahmen teilweise sehr gute Rankings habe.

Keine meiner Kurs-Käuferinnen kam (irgendwann) via Ads. Auch nicht jene, die schon länger dabei sind. Das ist für mich ein wichtiges Learning. Es heißt: Ads können der Booster sein, aber nicht für schnelle Verkäufe. So viel steht fest.

Fazit: Online-Kurs verkaufen ist nicht leicht

Womit du in Google gefunden wirst - Keyword-Recherche-Kurs - Sarah Depold

Selbst mit meinen 14 Jahren Online-Erfahrung waren der erste und der zweite Launch nichts, was ich nebenbei mache. Dank der Weiterbildung mit Nadine Körns E-Mail-Funnel* und Let's Launch von Tanja Baumann* hatte ich sehr gute Unterstützung, dennoch bin ich als Solo-Selbstständige gut beschäftigt. Ich muss den Fokus auf einige wenige Dinge legen.

Darum werde ich mich auch in diesem Jahr neu fokussieren. Ich werde nicht überlegen, wie ich *auch noch* LinkedIn unter bekomme, sondern das machen, was mir Spaß macht: meine eigenen Plattformen bespielen. Ich werde Texte schreiben, den Podcast weiter ausbauen und auch mein 1:1 SEO-Training in eine etwas andere Richtung bringen. Eine intensivere Zusammenarbeit für SEO-Erfolge soll das Ziel sein.

P. S. Buche dir gerne einen unverbindlichen Kennenlerntermin, wenn du SEO selbst lernen und umsetzen möchtest. Ich berate dich, wie ich dir am besten helfen kann. 👇

Das sind auf jeden Fall SEO samt Blog, E-Mail-Marketing, Podcast und Instagram. Wie du siehst, sind es vor allem eigene Plattformen, die ich bespiele. Nur Instagram ist eine externe Plattform.

Mein letzter Tipp: Trage dich unverbindlich auf meiner Warteliste zu meinem SEO-Gruppenprogramm SEO für Starter ein. Dort bekommst du alle Infos zum nächsten Launch. 🙂

Keyword-Recherche für Google-Sichtbarkeit - zum Mini-Kurs von Sarah Depold
Sarah Depold
Ich bin SEO-Expertin, seit 2008 im SEO-Business und war vor meiner Selbstständigkeit in Startups & KMU als Head of SEO sowie Head of Online-Marketing angestellt. Nun lehre ich SEO in Online-Kursen.
Mehr über mich und zum SEO-Kurs.

Letzte Beiträge

Noch mehr SEO-Wissen:
22. November 2022
Was bedeutet ein Google-Ranking für SEO?
Du brauchst Traffic von Google! Deine Website soll in Google auf Seite 1, Position 1 ranken! Doch was ist ein Google-Ranking überhaupt? Der Beitr...
8. November 2022
Zeit­management für Selbstständige: 11 Tipps & Anleitung für deine Zeitplanung
Ich behaupte, mit Zeitmanagement kannst du einen trödelnden 8 Stunden Tag als Selbstständige in einen Teilzeit-Tag verwandeln. Seit einem Ja...
25. Oktober 2022
Online-Kurs verkaufen: Meine Erfahrungen
Nach meinem ersten Kurs-Launch von SEO für Starter möchte ich meine Erfahrungen mit dir teilen. Außerdem schrieb ich ein Update ü...

2 comments on “Online-Kurs verkaufen: Meine Erfahrungen”

  1. Ich war auch am vorbereiten eines eigenen Online-Coaching und habe auch schon Texte geschrieben und auch schon Videos abgedreht nur hat es bei mir am Schneiden der Videos gehapert, was dann doch sehr lange dauert und so habe ich mich um entschlossen und eine eigene Agentur gegründet.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

linkedin facebook pinterest youtube rss twitter instagram facebook-blank rss-blank linkedin-blank pinterest youtube twitter instagram